
Erprobte Wege aus Erschöpfung. Mit dem Inneren Kind.
Photo by Jill Sauve on Unsplash
Unter dem Stichwort Innere Kindheilung erwartet Dich emotionale Gelassenheit bei den Herausforderungen des Alltags, geistige Klarheit, wie Du auf Deine Umgebung reagieren willst (keine automatisches Reagieren mehr) und ein tiefes Vertrauen in Dich und das Leben.
Das Erwachsensein wird mit dem inneren Kind viel leichter und freudiger, sodass man die eigenen Bedürfnisse wahrnimmt und auch darauf in Eigenverantwortung und angemessen reagieren kann. Zugleich darf das Spielerische im Leben sein.
Das bedeutet:
Kurz gefasst: Wir haben ein Ich-Gefühl, also den Eindruck von uns selbst, eine einheitliche Person zu sein. Das ist nicht so banal wie sich das anhört. In der Psychologie geht man eher davon aus, dass Deine Psyche nicht aus einem Ich-Block besteht, sondern aus vielen Anteilen, die Du jeden Tag zu einem Ich-Gefühl zusammensetzt. Einige dieser Anteile in Dir sind jünger, als Du vom Alter in Deinem Personalausweis her betrachtet bist. Mit diesen jüngeren Ich-Anteilen beschäftigt man sich vorrangig in der Inneren Kindheilung. Dabei haben wir Anteile in allen Altersstufen, auch weise und erfahrene.
Bist Du extrem übermüdet, hast einen starken Jetlack oder einen ordentlichen Kater vom Vorabend, hast bestimmte Drogen genommen (leider auch, wenn jemand uns foltert), dann kann es Dir passieren, dass Du Dich erst einmal sammeln musst, um dieses Gefühl, “Das bin ich”, herzustellen.
Jeder dieser verschiedenen Anteile in uns hat einen Bewusstseinsfunken, hat sich eine stabile Vorstellung von dieser Welt zurecht gelegt (Glaubenssatz), verfügt über eine Emotionalität und einen Körperzustand (wobei einzelne Anteile keine vollständige Persönlichkeit ergeben, sie haben jedoch von allem, was eine Persönlichkeit ausmacht, etwas in sich).
Psychologen unterscheiden bereits seit Sigmund Freud verschiedene psychische Anteile in uns. Der Anteil, der die meiste Zeit den Alltag managed, nennt man das “Ich” oder das”Erwachsenen-Ich” oder den Alltagsmanager. Das ist die Instanz, bei der für gewöhnlich alle Fäden zusammenlaufen.
Ist alles okay in uns, kann der Alltagsmanager oder auch das Erwachsenen-Ich alle verschieden Anteile in uns bewusst ansteuern. Das bedeutet, wir verhalten uns anders und leben auch jeweils andere Interessen und Bedürfnisse, wenn wir z.B. mit einem Kind spielen, Brötchen beim Bäcker kaufen oder eine Teamsitzung leiten. Keiner, der psychisch in sich gesund ist, würde sich gegenüber dem Chef genauso verhalten wie gegenüber der älteren Nachbarin von nebenan oder im Freundeskreis. In einem gesunden Zustand benötigt man keine innere Kindheilung. Es sind alle inneren Anteile gesund in uns und uns bewusst. Wenn seelische Überforderungen auftreten, wissen wir, wie wir uns anschließend beruhigen können und gehen in einen zu uns passenden Heilprozess. Dadurch kommt es gar nicht erst dazu, dass eins unserer psychischen Anteile sich abspalten müsste. Das wäre der Idealzustand. Freud hätte vielleicht dazu gesagt, dass wir unser “Es”, der Anteil, der nach seiner Einteilung unserer Psyche für die Triebe zuständige ist, gut im Griff haben.
Wurden wir zu irgendeinem Zeitpunkt unseres Lebens mit etwas überlastet / überfordert, was wir seelisch verarbeiten konnten, und es gab keinen ausführlichen Raum, sich wieder zu beruhigen und die Erfahrung zu integrieren, dann kann einer unserer Anteile diese Überlastung in sich einschließen. Er kapselt die Erfahrung ein. Er ist dann nicht mehr so gut bewusst ansteuerbar. D.h., um unser Weiterleben auch ohne tiefgehende Beruhigung und Integration zu ermöglichen, spaltet sich dieser verletzte Anteile ein wenig (manchmal auch stark) vom Gesamtsystem ab. Psychologisch nennt man dieses Abspalten oder Einkapseln “Dissoziieren”. Am anfälligsten sind wir für dieses seelische Phänomen bis zum 6. Lebensjahr. Deswegen spricht man meist von verletzten inneren Kindern. Doch kann eine Abspaltung auch später im Erwachsenenleben passieren.
Der Alltagsmanager - oder auch das Erwachsenen-Ich - kann nicht (bzw. will auch häufig nicht) diese abgespaltenen verletzten Anteile bewusst ansteuern. Stattdessen übernimmt dieser Anteil unbewusst immer dann die Führung in Situationen, die ihn irgendwie an die damalige Überlastung erinnert. Dann merken wir, dass wir in bestimmten Situationen immer wieder wütend werden oder erstarren, obwohl wir uns gerne anders verhalten würden. Sind wir nicht so reflektiert, dann merken wir nicht, dass wir uns in bestimmten Situationen immer wieder gleich verhalten - aber alle Menschen in unserem Umfeld natürlich schon. Ist die Spaltung extrem (kann nach Foltererfahrungen passieren), dann fehlt uns sogar in der Gegenwart Zeit, in der dieser Anteil von damals nach vorne tritt und die Situation für uns im Alltag managed. Das ist allerdings sehr selten. Üblicherweise haben wir die gesamte Zeit unseren Alltag in Erinnerung, merken nur nicht, dass unsere Handlungen seelisch gerade eher z.B. denen eines Vierjährigen entsprechen (dem Alter, in dem sich ein Anteil z.B. abgespalten hat.)
Die Innere Kindheilung hat zum Ziel, die Dissoziationen in uns aufzulösen. Die in den abgespaltenen Überforderungszustände (z.B. Angst, Wut, Unsicherheit, Panik etc) zu heilen und alle Anteile zu integrieren. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes heiler oder vollständiger. Die ungünstigen Glaubenssätze der Innenkinder von damals wandeln sich und wir werden nimmer vollständiger in unserer Wahrnehmung von uns selbst.
Nicht unbedingt. Manche KlientInnen haben das dringende Bedürfnis, ihre Vergangenheit zu verstehen. In gewissem Maße kann es dann hilfreich sein, sich zu erinnern, um diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Solange man nicht anfängt, nur noch in der Vergangenheit zu leben. Manche KlientInnen wollen das jedoch nicht.
Wichtig ist, sich den Folgen im Hier und Jetzt bewusst zu werden. Daran kommt man nicht vorbei. Wie schon erzählt: Die abgekapselten Ich-Zustände sind zwar in der Vergangenheit entstanden, werden jedoch im heutigen Alltag getriggert. Sie leben so in der Gegenwart auf, als würde die damalige Erfahrung emotional genauso stattfinden wie damals, nur die Kulisse dazu hat sich etwas geändert. Das bedeutet, ich muss nicht wissen, was damals passiert ist. Bei sehr früh entstandenen Innenkindern, etwa in der Säuglingszeit, hat man keine Erinnerung an das, was im Außen passiert ist. Außer ein paar erleuchteten Meistern habe ich von niemandem bisher gehört, dass er sich an seine Kindheit vor dem dritten Lebensjahr groß erinnert. Die innere Wirkung der Erfahrung, die Zellerinnerung ist um so mehr präsent - und zwar getriggert immer wieder im Heute. Den heutigen Schmerz, die heutige Erstarrung, die heutige Orientierungslosigkeit, das heutige “Keine-Luft-bekommen, das ist es, was zählt und was integriert werden kann.
Zwar entwickeln sich die verletzten Ich-Zustände, die wir über die Zeit in uns ansammeln, nicht in dem Maße weiter, wie Dein bewusstes Erwachsenen-Ich es tut. Manche Innenkinder bleiben sogar komplett stehen in ihrer Entwicklung. Das bedeutet jedoch nicht, dass man in der Vergangenheit im eigentlichen Sinne ansetzt. Sondern an den Wirkungen, die Dich heute beeinträchtigen. Sobald man anfängt, über das eigene Reaktionsmuster im jetzigen Alter zu reflektieren, werden verletzte Anteile immer bewusster und können im Hier und Jetzt geheilt werden.
→ Es kann hilfreich sein, in die eigene Geschichte einzutauchen. Doch muss man nicht die eigene Vergangenheit im Detail hervorholen, zumal bei sehr kleinen verletzten Innenanteilen man meist keine bewussten Erinnerungen hat.
Interessiert man sich für Innere Kindheilung, hat man meistens nur eine leichte bis mittlere Abspaltung von Inneren Anteilen. D.h. es ist uns bewusst, dass wir in bestimmten Situationen immer wieder gleich reagieren. Nur das Warum ist nicht greifbar für uns. Z.B. suchen wir uns immer wieder den gleichen Typ PartnerIn, der uns nicht gut tut. Oder wir erstarren in Teamsitzungen immer wieder ungünstig, sodass wir uns unsere Karriere verbauen etc. Wir bekommen es irgendwie nicht hin, unser Leben in die Richtung zu steuern, die wir seelisch erleben würden. Das ist uns bewusst und macht unzufrieden.
Diese ewig gleichen Verhaltensmuster kann man ändern. Die Voraussetzungen dafür, dass Innere Kindheilung funktioniert, sind leicht:
Bei der Inneren Kindheilung lernst Du, Dich selbst seelisch zu halten und Dich seelisch immer vollständiger wahrzunehmen. Das kann niemand für Dich übernehmen. Im Grunde ist es ganz leicht, wenn man weiß, wie es geht.
Das geht im Prinzip allein. Es gibt inzwischen eine Reihe Bücher mit Übungen dazu.
Der beste Raum um verletzte Innere Anteile zu heilen ist, wenn Du eine Bindung aufbauen kannst - also wenn Du nicht mit dem Gefühl da sitzt, allein zu sein. Die Erfahrung vieler Psychologen hat gezeigt: Bindung zu einem Menschen lässt Heilung viel schneller geschehen und einfacher.
In meinem Coachingangebot InnerchildHealing bin ich Dein Personal Coach. Ich öffne für Dich einen sicheren emotionalen Raum und gehe Schritt für Schritt diesen Weg mit Dir zusammen. Dafür habe ich auch eine Menge Tools im Gepäck, die ich Dir zeigen kann. Das Vertrauen, dass Heilung und Integration eintreten wird, ist dann schon da.
Hast Du den Impuls, mit mir arbeiten zu wollen? Dann buche bei mir Unterstützung.
Du kannst Dir auch meinen Newsletter holen. Ich schreibe Dir, wenn ich wieder etwas Neues poste. Hier geht’s zur Anmeldung.