Was ist Trauma?

Viele Menschen denken bei Trauma sofort an Katastrophen, Gewalt oder schwere Unfälle.
Doch ein Trauma ist im Kern eine seelische Verletzung, die entsteht, wenn eine Erfahrung unsere Möglichkeiten zur Bewältigung übersteigt. Das kann ein einmaliges, überwältigendes Ereignis sein – oder viele kleine, wiederkehrende Situationen, die uns dauerhaft überfordern.

Gerade in der Kindheit können Erlebnisse traumatisch wirken, denen wir als Erwachsene vielleicht gar keine große Bedeutung mehr beimessen würden. Entscheidend ist nicht das Ereignis selbst, sondern wie unser inneres System darauf reagiert.


Typische und weniger typische Symptome

Traumafolgen können sehr unterschiedlich aussehen. Manche Symptome sind bekannt, andere werden oft übersehen:

Typische Anzeichen:

  • Anhaltende innere Unruhe, Übererregung, Schlafstörungen
  • Wiederkehrende belastende Gedanken oder Erinnerungen
  • Gefühl von Überforderung, Erschöpfung, „wie abgeschnitten sein“
  • Das eigene Leben wirkt mehr wie ein Film als etwas, das man wirklich selbst erlebt
  • Schwierigkeiten, sich zu entspannen oder Freude zu empfinden
  • Vermeidungsverhalten, Rückzug, Misstrauen

Weniger typische, aber häufige Symptome:

  • Chronische Schmerzen ohne klare medizinische Ursache
  • Konzentrationsprobleme, Gedächtnislücken
  • Selbstzweifel, das Gefühl „irgendwie falsch“ oder “nicht gut genug” zu sein
  • Übermäßige Anpassung, Perfektionismus, ständiges Funktionieren (dadurch können Menschen mit erfahrenen Traumata eine Anfälligkeit für Burnout in sich tragen)
  • Körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magenprobleme, Herzrasen

Wichtig: Jeder Mensch reagiert anders. Es gibt kein „richtiges“ oder „falsches“ Trauma-Symptom. Manches kann z.B. für Depression und für Traumafolgen sprechen.


Zweifel: Habe ich wirklich ein Trauma?

Viele Menschen fragen sich:
„Ist das, was ich erlebt habe, wirklich schlimm genug?“
„Ist neuerdings alles Trauma, oder was?“

Diese Zweifel sind verständlich – und sie sind Teil des Problems. Unser psychisches System schützt uns oft, indem es Erinnerungen abspaltet oder bagatellisiert. Das ist keine Schwäche, sondern eine hochfunktionale Überlebensstrategie. Entscheidend ist nicht, ob ein Erlebnis „schlimm genug“ war, sondern wie es heute nachwirkt.


Ist jetzt alles Trauma?

Nein. Nicht jedes unangenehme Erlebnis ist ein Trauma.
Zugleich tragen viele Menschen alte, unverarbeitete Erfahrungen mit sich, die das Leben heute unbewusst beeinflussen.
Es geht nicht darum, alles zu dramatisieren – sondern darum, die eigenen Belastungen ernst zu nehmen und neue Wege zu finden.

Manchmal sind es nicht die offensichtlichen Katastrophen, sondern das Fehlen von emotionaler Zuwendung, das uns prägt. Wenn Eltern selbst traumatisiert waren und ihre Kinder dauerhaft nicht co-regulieren konnten, kann das zu Bindungstraumata führen – auch ohne „schlimme“ äußere Ereignisse.
Auch psychische Gewalt, emotionale Vernachlässigung oder Beziehungen zu Menschen mit narzistischen Zügen können tiefe seelische Wunden hinterlassen – ganz ohne sichtbare Gewalt.

Die Antwort auf die Frage “Was ist Trauma?” würde ich nicht so sehr im Außen suchen. Nach dem Motto: Dieses oder jenes Ereignis ist eindeutig ein Trauma. Wer das nicht nachweisen kann, ist nicht traumatisiert, egal, wie es dem- oder derjenigen heute geht.

Übrigens: man geht davon aus, dass nur etwas 20% der Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, später klassische Symptome einer (komplex-) posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln. Die Mehrheit, die später seelisch an den Folgen leidet, hat eher unspezifische Symptome. Umgekehrt leiden nicht alle Menschen an seelischen Spätfolgen nach Erlebnissen, selbst wenn diese Erlebnisse von den meisten Menschen als traumatisch eingestuft würden.

Deswegen ist es interessanter, danach zu fragen: Hat ein für mich intensiveres Erlebnis oder eine längere Folge von kleinen Erlebnissen (wie lauter Nadelstiche) dazu geführt, dass meine Fähigkeit zur seelischen Verarbeitung überfordert war?


Was ist mit Traumatherapie möglich?

Traumatherapie bedeutet nicht, die Vergangenheit „wegzumachen“. Was geschehen ist, bleibt Teil der eigenen Geschichte.
Doch die Folgen müssen nicht das ganze Leben bestimmen:

  • Die Vergangenheit verliert ihre Macht, triggert nicht mehr ständig neue Überforderung.
  • Sie lernen, Ihr Nervensystem zu regulieren und neue, positive Erfahrungen zu verankern.
  • Sie entwickeln mehr Selbstmitgefühl, innere Ruhe und Zuversicht.
  • Sie erleben, dass alte Muster sich verändern dürfen – und neue Wege möglich werden.
  • Glaubenssätze kommen auf den Prüfstand und die, die nicht mehr die heutige Realität erfassen, werden in stärkende gewandelt.

Ziel ist nicht „Heilung“ im Sinne von Ausradieren, sondern mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensqualität.


Welche Verfahren kommen in meiner Praxis zum Einsatz?

Ich arbeite mit einer Kombination aus bewährten, wissenschaftlich fundierten und individuell abgestimmten Methoden, darunter:

  • Psychodynamisch-imaginative Traumatherapie (nach Luise Reddemann)
  • Enaktive Psychotherapie (nach Ellert Nijenhuis)
  • EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing, nach Francine Shapiro)
  • Hypnotherapie (nach Gunther Schmidt)
  • Clean Language & Clean Space (nach David Grove)
  • Wheel of Awareness (traumasensible Achtsamkeit nach Dan Siegel)
  • TraumaCentered NeuroCoaching (nach Mark Robert Waldman)
  • Körperorientierte Übungen und innere Aufstellungen
  • Clinical EFT (Emotional Freedom Tapping)

Sie erhalten eine individuell abgestimmte Begleitung mit Methoden, die zu Ihnen und Ihrer Situation passen. Bei Interesse integriere ich ohne Mehrkosten auch energetische Wege für Trauma- und Schockentlastung auf allen Ebenen, basierend auf Techniken von Donna Eden und Chamuel Schauffert.


Fazit: Sie müssen nicht alles alleine schaffen

Trauma ist keine Schwäche und keine Schande. Es ist eine normale Reaktion auf außergewöhnliche Belastungen.
Traumatherapie kann helfen, die Vergangenheit zu integrieren, das eigene Nervensystem zu stärken und neue Perspektiven zu gewinnen – ganz ohne Druck, ohne Pathologisierung und ohne falsche Versprechen.

Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, ob Traumatherapie das Richtige für Sie ist, lade ich Sie herzlich zu einem kostenfreien Vorgespräch ein.

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Quellen & weiterführende Informationen

Diese Quellen bieten hilfreiche Informationen, spiegeln aber nicht immer die gesamte Bandbreite von Traumata wider, wie ich sie in meiner Praxis erlebe. Oft reicht es schon, wenn Eltern ihre Kinder nicht emotional begleiten konnten, weil sie selbst belastet waren – das Fehlen von Co-Regulation kann Bindungstraumata auslösen, auch ohne „schlimme“ äußere Ereignisse. Auch emotionale Vernachlässigung oder psychische Gewalt können tiefe Wunden hinterlassen, selbst ohne körperliche Übergriffe. Lesen Sie die Quellen daher mit offenem Blick: Krankenkassen und Kliniken legen oft eine engere Definition von Trauma zugrunde. Viele Betroffene suchen erst dann Hilfe, wenn sie sehr schwere Erlebnisse hatten – weniger greifbare Erfahrungen werden häufig übersehen oder nicht als Grund für Unterstützung erkannt.

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Hinweis:
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Krisen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, eine Notfallambulanz oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst.